Motorrad-Saison 2020: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO | Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2020: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO | Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2020: Trends und Marktzahlen

Publiziert am 09.01.2020 von Andreas Sieber
Am 20. Februar 2020 ist es wieder soweit: Die Motorrad-, Roller- und Tuning-Show SWISS-MOTO öffnet bei ihrer 17. Ausgabe in der Messe Zürich für vier Tage ihre Tore. Für die Fans stehen nicht nur die Töff-Neuheiten für die Saison 2020 bereit, die SWISS-MOTO fasziniert auch mit spektakulären Shows und attraktiven Sonderausstellungen. Ein Novum ist das SWISS-MOTO-Pre-Opening am Mittwochabend, 19. Februar.

Zwischen dem 20. und 23. Februar 2020 werden wieder rund 70‘000 Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland durch die prall gefüllten und attraktiv aufbereiteten Hallen der SWISS-MOTO in der Messe Zürich strömen. Die alljährliche Präsentation der Modellneuheiten für die kommende Saison – vor Ort sind mehr als 400 Marken aus dem Motorrad-, Roller-, Quad-, Bekleidungs-, Zubehör- und Tuningbereich – gilt traditionell als Startschuss in die neue Saison.

SWISS MOTO YOUTH: Die Jungen im Fokus
Neben neuen Motorrädern, Spektakel und Shows bietet die SWISS-MOTO jedes Jahr aktuellen Zweirad-Themen eine Plattform. Dieses Jahr steht der Nachwuchs im Zentrum. Denn ab 1. Januar 2021 dürfen, wie in den EU-Ländern bereits seit vielen Jahren, Motorräder und Roller bis 125 cm3 Hubraum bereits ab 16 Jahren bewegt werden (bisher 18 Jahre). Die maximal 11 kW (15 PS) starken 125er sind wegen ihrer europaweit starken Verbreitung in Technik, Sicherheitsausstattung, Modellvielfalt und Attraktivität auf dem aktuellsten Stand der Entwicklung. Mit einer SWISS MOTO YOUTH-Sonderschau wollen die Organisatoren im Vorfeld des Wechsels alle Aspekte dieser Führerschein-Harmonisierung beleuchten und den Jugendlichen und ihren Eltern nützliche Informationen anbieten.

Grosse Motorräder: 2020 letzte Gelegenheit für den Direkteinstieg
Die Anpassung sämtlicher Führerscheinkategorien durch den Bundesrat hat noch weitere Auswirkungen auf die Motorradbranche: Ebenfalls ab 1. Januar 2021 wird es den bisherigen Direkteinstieg ab 25 Jahren zu den grossen, unlimitierten Motorrädern nicht mehr geben. Die  Schweiz klinkt sich hier von den EU-Gepflogenheiten aus. Das bedeutet: Wer den Lernfahrausweis für den A-Führerschein nicht bis spätestens 31. Dezember 2020 in der Tasche hat, muss ab 2021 – egal, ob er oder sie 18, 25, 40 oder 65 Jahre alt ist – zuerst zwei Jahre lang ein Motorrad mit maximal 35 kW (48 PS) Leistung fahren. Auch zu diesem Thema werden Messeorganisatoren und Aussteller die Besucher gezielt informieren.

Motorrad: Die Trends für 2020
  • Mehr Power: Genug ist nie genug. Dass diverse namhafte Hersteller bei ihren zwar strassenzugelassenen, aber vorwiegend für die Rennstrecke konzipierten Sportgeräten die magische 200 PS-Barriere weit hinter sich gelassen haben, ist bereits Schnee von gestern. Jetzt kommen ähnlich motorisierte Geschosse auf den Markt, die zur Hauptsache für die Strasse gedacht sind und trotzdem mehr als 200 PS leisten. Dazu gehören die Ducati Streetfighter V4, die mit ihren 208 PS genauso kriegerisch aussieht wie es der Name verspricht, und die in diversen Versionen erhältliche MV Agusta Brutale 1000.
  • Mehr Elektronik: Frei wählbare und programmierbare Fahr-Modi, einstellbare Traktionskontrollen, bidirektionale Quickshifter (Gangwechsel ohne Kupplungsbetätigung nach oben und unten), Ride-by-Wire-Gassteuerungen, in Schräglage wirksame ABS-Systeme («Kurven-ABS»)  und LED-Beleuchtungen gehören heute in der Mittel- und Oberklasse praktisch zur Standardausrüstung. Dasselbe wird in wenigen Jahren auch für Kurven-Licht, e-call-Notrufsysteme und sogar für elektronisch geregelte Fahrwerke gelten, genauso wie im Supersport-Segment für via Elektronik einstellbare Motorbremsen. 
  • Mehr Vernetzung: Die Vernetzung von Motorrad, Fahrer und Umwelt hat sich zu einem zentralen Thema entwickelt. Für 2020 werden viele Modelle auf TFT-Cockpits umgerüstet, die via Smartphone-Vernetzung zu Multimedia-Plattformen werden. Telefonieren und Musikhören via Helm-Kommunikationssysteme (Intercom) und am Lenker montierte Controller werden nun für immer mehr Motorradfahrer Realität. Noch nicht marktreif, aber im Anmarsch sind elektronische Assistenzsysteme für Abstandserkennung, Kollisionswarnung und Notbremsungen. Auch die Entwicklung von in die Bekleidung integrierten, elektronisch gesteuerten optischen Warnsystemen für nachfolgende Verkehrsteilnehmer sowie von ins Helmvisier oder in eine Brille integrierte Headup-Displays ist weit fortgeschritten.
  • Mehr Retro- und Vintage: Der Retro-, Vintage- und Custom-Trend der letzten Jahre ist ungebrochen. Das erfolgreiche Konzept lautet: Man verbindet zeitgenössische Technik mit einer Vintage-Optik, fügt  Polyvalenz, elektronische Vernetzung, spielerische Fahrbarkeit und ein umfangreiches Individualisierungs-Angebot hinzu, und schon rückt das Produkt in den Fokus eines trendorientierten, vorwiegend urbanen Volks.
  • Mehr Mittelklasse: Trotz anhaltendem Markterfolg der «Töff-SUV’s», also der hochbeinigen, schweren und mit allem zeitgenössischem Elektronik-Schnickschnack bestückten, teuren Reiseenduros bringen die renommierten Hersteller vermehrt Mittelklasse-Motorräder mit vernünftigeren Gewichts- und Leistungswerten, aber dennoch topmodern ausgestattet und zu interessanten Preisen auf den Markt.
  • Mehr Umweltverträglichkeit: Der anhaltende Trend zu vom Hubraum her grösseren Motoren hat auch umweltpolitische Gründe. Im Rahmen der ab 1. Januar 2020 geltenden Euro 5-Normen mit strengerem Messzyklus sind niedrigere Grenzwerte für Kohlenmonoxid, unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Partikelemissionen im Abgas vorgeschrieben. Das lässt sich mit grösseren, aber weniger hoch drehenden Motoren, mit variablen Ventilsteuerzeiten und mit näher beim Motor platzierten Katalysatoren (für bessere Werte beim Kaltstart) am besten realisieren. Die meisten Hersteller haben reagiert und ihre bestehenden Modelle technisch angepasst, ohne dabei auch nur ein einziges PS einzubüssen.
  • Mehr China: Die chinesischen Hersteller haben in der vergangenen Dekade vor allem italienische Firmen inklusive Namensrechte aufgekauft und drängen jetzt in allen Segmenten mit neuen – und Modellen anderer Hersteller oft erstaunlich ähnlichen – Produkten auf den Markt.
  • Mehr Luxus: In den letzten Jahren hat die VIP- und Luxusbranche das Motorrad (wieder-)entdeckt. Letztes Jahr präsentierte Kino-Superstar Keanu Reeves an der SWISS-MOTO höchstpersönlich seine über 100'000 Dollar teure KRGT-1, jetzt bietet Aston Martin zusammen mit Brough Superior ab 108'000 Euro die AMB 001 als zweirädriges Arbeitsgerät für selbsternannte James Bonds feil.

Roller-Technik: Vorbild Motorrad
Das 125 cm3-Rollersegment bleibt weiterhin mit grossem Abstand der wichtigste Roller-Markt in der Schweiz; 10‘240 Einheiten entsprechen zwei Dritteln des Roller-Gesamtmarkts und einem Viertel des Gesamtmarkts. Wie bei den Motorrädern halten nun auch in dieser Klasse LED-Lichttechnik, TFT-Displays, die Vernetzung mit dem Smartphone, ABS und sogar Traktionskontrollen Einzug. 

Bekleidung / Zubehör: Der Airbag setzt sich durch
Motorradbekleidung und Zubehör entwickeln sich parallel zu den Trends bei den Fahrzeugen. Sämtliche namhaften Motorradhersteller führen vollständige, farblich und technisch auf die Fahrzeugpalette abgestimmte Bekleidungs- und Zubehörkollektionen im Programm. Elektronische Features und urbaner Lifestyle stehen bei der freien Zubehörbranche im Zentrum. Preislich gibt es im riesigen Angebot nach unten und oben keine Grenzen. Sicherheitstechnisch interessant ist, dass integrierte und nicht mit dem Motorrad verbundene Airbags sowohl bei Leder- als auch bei Textilbekleidung bei allen renommierten Ausrüstern Einzug gehalten haben und für den Normalverbraucher erschwinglich geworden sind.

Motor- und Rollermarkt 2019: Verharren auf hohem Niveau
Die Motorradverkäufe in der Schweiz verharrten 2019 auf einem im internationalen Vergleich hohen Niveau. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller (SFMR) ist der leichte Rückgang von 24‘541 auf 24‘254 Fahrzeuge (–1,2%) vorwiegend witterungsbedingt auf überdurchschnittlich viele nasskalte Perioden in den verkaufstechnisch wichtigsten Monaten April und Mai zurückzuführen. Dem Jahr 2020 blickt die Branche dank vielen Neuheiten in stark frequentierten Segmenten optimistisch entgegen. Alle neuen Modelle für die kommende Saison werden an der SWISS-MOTO in Zürich zu bewundern sein.
Der Roller-Markt verzeichnete wie in den beiden Vorjahren einen Rückgang, diesmal von 17'520 (2018) auf 16‘249 Stück (–7,2%). Dieser anhaltende Abwärtstrend betrifft aber weiterhin nur die kleinste Kategorie mit 50 cm3. Vor dem Hintergrund der aktuellen Veränderungen im urbanen Verkehr sind die E-Fahrräder, deren Verkäufe seit einigen Jahren in die Höhe schnellen, zur starken Konkurrenz aufgestiegen. Elektrisch betriebene Kleinroller, vorwiegend aus China und Taiwan, haben diesen Trend hin zum E-Fahrrad nur teilweise kompensieren können.
Auch der Markt der «Quads», der vorwiegend als Nutzfahrzeuge eingesetzten, vierrädrigen Strassen- und Geländefahrzeuge, hat 2019 an Volumen eingebüsst: Von 1105 (2018) sanken die Verkäufe auf 964 Stück (–13,0%).
Das Gesamtresultat für den Zweiradmarkt (Motorräder/Roller, ohne Quads) war mit 41'464 Stück gegenüber dem Vorjahr (43'166 Einheiten) zufriedenstellend. Der Rückgang (–3.9 %) war zur Hauptsache auf die Veränderungen im urbanen Verkehrsgeschehen und damit auf die Verluste im Roller-Sektor mit 50 cm3 Hubraum zurückzuführen.
Insgesamt betrachtet besitzt kein anderes Land in Europa, prozentual zur Bevölkerung gemessen, eine so hohe Motorraddichte wie die Schweiz. Der Bestand an immatrikulierten (eingelösten) Motorrädern betrug Ende 2019 in der Schweiz rund eine halbe Million Fahrzeuge, hinzu kommen noch eine Viertelmillion Roller. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller setzen die im Branchenverband motosuisse vereinten 21 Importeure zusammen mit rund 700 Fachbetrieben pro Jahr mehr als eine Milliarde Franken um.

Elektro-Motorräder: „E“ braucht noch Zeit
Der Medienrummel um die vor einem Jahr präsentierte, elektrisch angetriebene Harley-Davidson Live-Wire ist verklungen. Zwar sind nach einiger Verspätung die ersten Exemplare der 36‘500 Franken teuren Strom-Harley ausgeliefert worden, aber Konkurrenz ist zumindest im Motorradsektor weit und breit nicht in Sicht. Nur Kleinstmanufakturen wie Zero oder Energica bringen regelmässig Updates ihrer bestehenden Modelle auf den Markt, die Verkäufe bewegen sich in einem kaum messbaren Bereich. Sämtliche renommierten Hersteller geben zwar zu, E-betriebene Prototypen zu testen, aber an eine Markteinführung denkt vorerst niemand. Verständlich, denn Geld verdienen lässt sich mit E-Motorrädern noch nicht. Die Gründe sind technischer und politischer Natur. Genügend grosse Stromspeicher für eine zufriedenstellende Reichweite sind nicht nur teuer, sondern beim heutigen Stand der Batterietechnik in einem Motorrad kaum unterzubringen. Ausgedehnte Weekendtouren und Ferienreisen mit langen Distanzen sind somit aktuell nicht zu bewältigen. Ladestationen werden zwar überall gebaut, doch nur in den Städten und auf Autobahnen, aber nicht dort, wo sie der Freizeit-Motorradfahrer braucht: in den Bergen und auf wenig befahrenen Nebenstrecken. Fazit: Erst wenn sich E-Motorräder vom Preis, von den Fahrleistungen und dem Alltagverhalten her den Verbrenner-Töff annähern, werden sie auf dem Markt ihre Chance bekommen.
Was für Motorräder gilt, ist bei den kleinen und kleinsten Zweirädern im urbanen Umfeld mit ihren immer restriktiveren Temporeduktionen und Fahrverboten genau umgekehrt: Die E-Technik setzt sich durch. E-Fahrräder, E-Trottis und auch e-Roller vorwiegend aus chinesischer und taiwanesischer Produktion überfluten Städte und Agglomerationen. Hier geht es nicht um Tempo und Fahrspass, sondern um praktischen Personen- und Warentransport im Kurzstreckenbereich. Das Marktvolumen der kleinsten, benzinbetriebenen Roller-Klasse bis 50 cm3 ist in nur einem Jahr um fast zwei Drittel geschrumpft, während die Einlösungen von Elektro-Rollern auf mehr als 1000 Einheiten gestiegen sind. Zahlreiche Hersteller arbeiten wie beim E-Fahrrad mit herausnehmbaren und extern aufladbaren Batterien, die maximale Reichweite und die Fahrqualitäten spielen beim urbanen Verkehr  untergeordnete Rollen. 

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