Motorrad-Saison 2019: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO | Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2019: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO | Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2019: Trends und Marktzahlen

Publiziert am 09.01.2019 von Andreas Sieber
Vom 21. bis 24. Februar 2019 öffnet die Motorrad-, Roller- und Tuning-Show SWISS-MOTO in der Messe Zürich ihre Tore. Die SWISS-MOTO ist gleichzeitig der Startschuss in die neue Töff-Saison. Sämtliche Töff-Neuheiten des Jahrgangs 2019 stehen für die Fans des motorisierten Zweirads bereit. Dazu locken attraktive Sonderausstellungen und spektakuläre Shows. Die wichtigsten Trends für 2019: Noch mehr Kraft, noch mehr Elektronik und noch mehr Retro- und Vintage.

Vom 21. bis 24. Februar 2019 werden wieder Zehntausende von Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland anlässlich der SWISS-MOTO und der SWISS-CUSTOM durch die sieben Hallen der Messe Zürich strömen und die faszinierenden Modellneuheiten von rund vierhundert Marken aus den Sektoren Motorrad, Roller, Quad, Bekleidung, Zubehör und Tuning bewundern und bewerten.

Die Trends: Kraft, Elektronik, Vintage und ein wenig Strom
  • PS-Wettrüsten: Vor etwas mehr als dreissig Jahren durchbrachen die ersten Grossserien-Motorräder die damalige Schallmauer von 100 PS, jetzt lassen diverse namhafte Hersteller für das Modelljahr 2019 die 200 PS-Barriere hinter sich. Ducati verspricht für sein neues und strassentaugliches Rennstrecken-Spielzeug V4 R gewaltige 221 PS, auch die ähnlich konzipierte Aprilia RSV4 R Factory bietet mit satten 217 PS ein gigantisches Donnerwetter. Selbst die sonst eher zurückhaltende deutsche Hausmarke BMW protzt bei der komplett überarbeiteten S 1000 RR mit 207 PS. MV Agusta schickt den Fahrer sogar auf dem „nackten“, also ohne Verschalung ausgestatteten Modell Brutale 1000 Serie Oro mit nicht weniger als 208 PS in den möglichen Orkan weit jenseits von 200 km/h. Pferdestärken-Spitzenreiter ist die japanische Marke Kawasaki: Die mit Kompressor ausgestattete Ninja H2 im Überschalljäger-Design schaufelt nicht weniger als 231 PS Richtung Hinterrad.Natürlich ist klar, dass die unbändige Kraft all dieser neuen und ausnahmslos im obersten Preissegment angesiedelten PS-Protze nur auf der Rennstrecke von erfahrenen Piloten voll genutzt werden kann. Dennoch ist der Trend zu grösseren und stärkeren Motoren auch in fast allen anderen Segmenten nicht zu übersehen. Die seit Jahrzehnten auch beim Schweizer Töffvolk sehr beliebte Reise- und Abenteuer-Enduro BMW R 1250 GS leistet zum Beispiel in ihrer jüngsten Generation stramme 136 PS, ihre neue Konkurrentin Ducati Multistrada 1260 Enduro sogar 158 PS. Interessanterweise nehmen einige global bedeutende Hersteller wie Honda und Yamaha an diesem Wettrüsten im obersten Segment nicht teil und konzentrieren ihre Anstrengungen auf die wirtschaftlich lukrative Mittelklasse. Honda hat die komplette Mittelklasse-Strassenbaureihe modellgepflegt, während Yamaha mit der lange erwarteten Ténéré 700 ein zweizylindriges und stark Offroad-orientiertes Leichtgewicht im Rallye-Look auf den Markt bringt.
  • Ungebremster Vormarsch der Elektronik: Was früher der Premiumklasse vorenthalten war, hält nun auch in der Mittelklasse Einzug. Frei wählbare Fahr-Modi, einstellbare Traktionskontrollen, Quickshifter (Gangwechsel ohne Kupplungsbetätigung), Ride-by-Wire-Gassteuerung und Rundum-LED-Beleuchtung sind heute praktisch Standard, während TFT-Cockpits und Multimedia-Plattformen mittels Smartphone-Vernetzung bei fast allen Herstellern optional zu haben sind. Auch in Schräglage wirksame ABS-Systeme («Kurven-ABS») und semi-aktive Fahrwerke stehen auf den Ausstattungslisten und versprechen zusätzliche Sicherheit. Dem Premiumsegment vorenthalten sind vorderhand noch e-call-Notrufsysteme, Kurven-Licht und im Supersport-Segment via Elektronik einstellbare Motorbremsen.
  • Digitale Vernetzung: Die digitale Entwicklung schreitet ungebremst fort. Die Vernetzung von Motorrad, Fahrer und Umwelt entwickelt sich – ähnlich wie beim Automobil – zu einem zentralen Thema. Die TFT-Displays im Cockpit können sämtliche Funktionen und Apps des Smartphones übernehmen, Telefonieren und Musikhören via Helm-Kommunikationssysteme (Intercom) und am Lenker montierte Controller sind bereits Realität. In der Entwicklung und teilweise nahe der Markteinführung stehen Abblendassistenten, Kollisionswarner, Tempomaten mit Abstandserkennung und Notbremsassistenten. Intensiv geforscht wird auch daran, wie die Bewegungen sämtlicher in unmittelbarer Nähe befindlicher Verkehrsteilnehmer auf einem Motorrad erfasst werden können und wie der Fahrer über eventuelle Gefahren informiert und bei nötigen Entscheidungen unterstützt werden kann.
  • Retro- und Vintage: Der Retro-, Vintage- und Custom-Trend der letzten Jahre hält weiter an. Das Konzept der grossen und kleinen Hersteller ist durchwegs dasselbe: Man wählt ein möglichst berühmtes Modell aus der Marken-Vergangenheit und verbindet beim neuen Modell ein möglichst ähnliches Erscheinungsbild mit zeitgenössischer Technik, Polyvalenz, einfacher Zugänglichkeit und spielerischer Fahrbarkeit. Wichtig ist auch ein umfangreiches Zubehör-Angebot, damit der Besitzer das Basismodell je nach seinen persönlichen Vorlieben „customizieren“ (lassen) kann. Die wichtigsten Neuheiten für 2019: Ducati hat seine Scrambler-Baureihe mit 803 cm3-V2-Motor überarbeitet. Kawasaki holt den ultra-klassischen Retro-Twin W800 aus der Versenkung und macht ihn in zwei neuen Varianten wieder marktreif. Suzuki erinnert mit der neuen GSX-S 1000 Katana an die legendäre Katana 1100 aus den frühen 1980er Jahren. Retro-Spezialist Triumph erweitert sein Angebot mit einer brandneuen Scrambler-Modellreihe mit 1200 cm3 und 90 PS, und Moto Guzzi aus Mandello del Lario am Comersee eröffnet mit der neuen V85 TT (853 cm3, 80 PS) ein neues „Classic Enduro“-Marktsegment. Neu in der Vintage-Mittelklasse ist Royal Enfield: Die in England entwickelten, aber in Indien gebauten neuen Zweizylinder-Modelle Interceptor und Continental GT (650 cm3, 47 PS) sollen nicht zuletzt dank günstigen Preisen den Retro-Markt aufmischen.
  • Die e-Technik hält Einzug: Im Unterschied zum Automobilsektor sind elektrisch angetriebene Motorräder noch eine Rarität. Aus nachvollziehbaren Gründen: Erstens sind grosse Stromspeicher für eine zufriedenstellende Reichweite beim heutigen Stand der Batterietechnik in einem fast ausschliesslich als Hobbyfahrzeug genutzten Motorrad kaum unterzubringen. Zweitens verunmöglichen kurze Reichweiten und lange Ladezyklen längere Weekendtouren oder ausgedehnte Ferienreisen nachhaltig. Dennoch hält jetzt die e-Technik bei zwei bedeutenden Herstellern Einzug, zumindest für das urbane Umfeld: 2019 wird es den legendären Vespa-Roller erstmals auch als „Elettrica“ in einer 45 km/h-Version mit Elektroantrieb geben. Je nach Ausstattung sollen 100 km und mit Range Extender sogar bis 200 km Reichweite möglich sein. Die Verkaufspreise liegen etwas oberhalb von herkömmlichen Rollern. Und ausgerechnet Harley-Davidson, die US-Kultmarke für rauh polternde und schwergewichtige Benzin-Cruiser, bringt mit der LiveWire im Laufe der Saison 2019 ein konsequent für das urbane und trendorientierte Volk gestyltes, “grosses“ e-Motorrad auf den Markt. Über Fahrleistungen, Reichweite und andere Details schweigt sich Harley-Davidson noch aus.
Roller: Technik wie bei den Motorrädern
Das 125 cm3-Rollersegment bleibt trotz einem Verkaufsrückgang 2017 um vier Prozent mit grossem Abstand der wichtigste Roller-Markt in der Schweiz; 10‘991 Einheiten entsprechen fast zwei Drittel des Roller-Gesamtmarkts. Wie bei den Motorrädern setzen sich auch bei den Mittelklasse- und Grossrollern LED-Lichttechnik, TFT-Displays, Traktionskontrollen und die Vernetzung mit dem Smartphone unaufhaltsam durch. Das Sorgenkind ist die kleinste Roller-Klasse bis 50 cm3, deren Marktvolumen um ein Drittel geschrumpft ist – die Konkurrenz der e-Fahrräder zeigt Wirkung. Die um fast fünfzig Prozent gestiegenen Einlösungen von elektrisch betriebenen Rollern machen aber Hoffnung auf eine Trendwende.

Bekleidung/Zubehör: Trends wie bei den Fahrzeugen
Die Motorradbekleidung und auch das Zubehör entwickeln sich parallel zu den Trends bei den Fahrzeugen. Retro-Design, Hightech, Individualisierung und urbaner Lifestyle stehen auch für 2019 im Zentrum. Das Angebot ist riesig, preislich gibt es nach unten und oben kaum Grenzen. Sämtliche namhaften Motorradhersteller führen vollständige, farblich und technisch auf die Fahrzeugpalette abgestimmte Kollektionen im Programm. Die freie Bekleidungs-, Zubehör- und Accessoires-Branche ist wie gewohnt an der SWISS-MOTO das Salz in der Suppe und bietet Produkte für alle Segmente von Retro bis Rennsport sowie vom glaslosen Rückspiegel bis zum Totalumbau des Motorrads an. Technisch liegen integrierte Airbags, Helm-Kommunikationssysteme und viele weitere elektronische Features für Motorrad und Besatzung im Trend.

2018: Der Schweizer Motorradmarkt macht eine Verschnaufpause

Die Motorradverkäufe in der Schweiz konnten 2018 das hohe Niveau des Vorjahres nicht ganz halten. Während die Neuzulassungen gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller (SFMR) im Jahre 2017 deutlich angestiegen waren (26'910 Motorräder), gingen sie von Januar bis Dezember 2018 um rund zweitausend Einheiten auf 24’544 Einheiten zurück. Der Rückgang belief sich auf 8,8 %. Die Gründe für die Negativentwicklung sind vielschichtig. 2017 hatte ein Grossauftrag der Schweizer Armee zur Erneuerung der Militär-Motorradflotte die Absatzzahlen nach oben getrieben. Zudem hatten fast alle Hersteller nach der auf 1. Januar 2017 erfolgten Anpassung auf die strengen Euro 4-Normen wieder überdurchschnittlich viele Neukonstruktionen auf den Markt gebracht. 2018 agierten Europa und Fernost bei der Einführung neuer Modelle eher verhalten, man konzentrierte sich auf Innovation in den Bereichen Technik und Design sowie auf die Weiterentwicklung und Detailpflege bestehender Modelle. Für die kommende Saison sieht es dank sehr vielen Neuheiten wieder erfreulicher aus. Sämtliche neuen Modelle werden vom 21. bis 24. Februar 2019 an der SWISS-MOTO in Zürich zu sehen sein.
Wie bereits 2017 verzeichnete auch der Roller-Markt einen Rückgang im einstelligen Prozentbereich. Während 2017 noch 18'573 Roller abgesetzt wurden, waren es 2018 mit 17'518 Stück etwas weniger, was einer Marktreduktion von 5,7 % entspricht. Die Hintergründe dieses Abwärtstrends sind bekannt: Einerseits besteht eine gewisse Marktsättigung, andererseits spürt die Rollerbranche schmerzlich die explosionsartige Zunahme bei den E-Fahrrad-Verkäufen, insbesondere in urbanen Ballungszentren und bei den Rollern mit kleinen Hubräumen, welche – im Unterschied zum Hobbyfahrzeug Motorrad – vorwiegend als Nutzfahrzeuge eingesetzt werden. Die Motorradbranche hat jetzt reagiert und versucht mit elektrisch angetriebenen Kleinrollern wie etwa der neuen Vespa Elettrica, auch in städtischem Gebiet wieder Boden gut zu machen.
Auch der Markt der «Quads», der vierrädrigen Strassen- und Geländevehikel für den Nutzfahrzeug- und Freizeitbereich, hat 2018 Federn lassen müssen: Die Quad-Verkäufe sanken von Januar bis Dezember 2018 auf 1’130 Stück, 2017 waren es mit 1’349 Einheiten noch mehr (Rückgang 16,2 %).
Das Gesamtresultat für den Zweirad-Gesamtmarkt (Motorräder und Roller, ohne Quads) war mit 42'062 Stück gegenüber dem Vorjahr (45'483 Einheiten) eher ernüchternd; der Rückgang betrug 7,5 %. Aber die deutlichen gestiegenen Zahlen bei den Occasions-Verkäufen, die jährlich mehr als das Dreifache der Neuverkäufe ausmachen, belegen zweifelsfrei, dass das Motorradfahren in der Schweiz weiterhin sehr populär ist. Im internationalen Kontext besitzt kein anderes Land in Europa, prozentual zur Bevölkerung gemessen, eine derart hohe Motorraddichte. Der Bestand an immatrikulierten (eingelösten) Motorrädern betrug 2018 in der Schweiz fast eine halbe Million, hinzu kamen mehr als eine Viertelmillion Roller. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller (SFMR) wird mit dem Verkauf von Motorrädern, Rollern und Occasionen rund die Hälfte des Branchen-Jahresumsatzes von mehr als einer Milliarde Franken erzielt, die andere Hälfte steuern die Bereiche Service, Ersatzteile, Reifen, Zubehör und Bekleidung bei. Im nationalen Branchenverband motosuisse sind 21 Importeursbetriebe zusammengeschlossen, im Fachhändlerverband 2-Rad Schweiz rund 700 Fachbetriebe; zusammen beschäftigen sie viele tausend Mitarbeitende.

Ab 2021: 125er-Fahren bereits mit 16 Jahren
Die Branche erwartet in naher Zukunft aufgrund einiger Führerscheinanpassungen teilweise signifikante Veränderungen in der Schweizer Motorradmarkt-Struktur. Denn der Bundesrat hat im Dezember 2018 entschieden, die Schweizer Führerscheinregelungen in einigen Punkten mit den EU-Bestimmungen zu harmonisieren. So dürfen ab Januar 2021 Motorräder bis 125 cm3 Hubraum bereits ab 16 Jahren bewegt werden. Aktuell liegt das Mindestalter bei 18 Jahren. Die 125 cm3-Motorräder, die maximal 11 kW (15 PS) aufweisen dürfen, sind dank ihrer europaweit starken Verbreitung für die Hersteller marktwirtschaftlich attraktiv und deshalb punkto Technik, Sicherheitsausrüstung und Attraktivität auf dem jüngsten Stand der Entwicklung. Ebenfalls ab 2021 werden Kleinmotorräder bis 50 cm3 (Kategorie AM) und maximal 45 km/h bereits ab 15 Jahren gefahren werden dürfen (bisher 16 Jahre). Bei den grossen Motorrädern hingegen wird sich die Schweiz wieder von der EU abwenden: Der bisher gültige Direkteinstieg ab 25 Jahren in die unlimitierte Klasse wird gestrichen, ab 2021 muss zuerst für mindestens zwei Jahre ein Motorrad mit maximal 35 kW (48 PS) Leistung gefahren werden.

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