Motorrad-Saison 2018: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO │ Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2018: Trends und Marktzahlen - SWISS-MOTO │ Motorrad-, Roller- und Tuning-Messe - Medienmitteilungen

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Motorrad-Saison 2018: Trends und Marktzahlen

Publiziert am 08.01.2018 von Andreas Sieber
Die Motorrad-, Roller- und Tuning-Show SWISS-MOTO ist jedes Jahr der Startschuss in die neue Töff-Saison. Sie ist der ultimative Anziehungspunkt für die Fans des motorisierten Zweirads und lockt mit attraktiv aufbereiteten Sonderausstellungen und spektakulären Shows. Die vom 22. bis 25. Februar 2018 durchgeführte SWISS-MOTO wird die aktuellen Trends enthüllen: den Siegeszug der Retro- und Vintage-Motorräder, den ungebremsten Vormarsch der Elektronik und die erfreuliche Tatsache, dass es noch nie so viel Motorrad für so wenig Geld gab.

Zehntausende von Besuchern aus dem In- und Ausland werden vom 22. bis 25. Februar 2018 an der SWISS-MOTO durch die sieben Hallen der Messe Zürich pulsieren und die Modellneuheiten von rund vierhundert Marken aus den Sektoren Motorrad, Roller, Quad, Bekleidung, Zubehör und Tuning bestaunen. 

2017: Der Schweizer Töffmarkt wächst
Die Motorradverkäufe in der Schweiz stabilisierten sich 2017 auf einem erfreulich hohen Niveau. Während 2016 noch ein leichter Rückgang von 3,4 % verzeichnet wurde (nach dem Superjahr 2016 mit 17,1 % Steigerung), stiegen die Neuzulassungen von Januar bis Dezember 2017 gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller SFMR mit 26'942 Motorrädern wieder leicht an (Vorjahresperiode: 26'393 Motorräder). Der Zuwachs betrug 2,1 %. Nach der Anpassung der Motorrad-Modellpaletten an die seit 1. Januar 2017 geltenden, strengeren Euro 4-Normen bezüglich der Lärm- und Abgasemissionen gaben die Hersteller ihre Zurückhaltung bei den Neukonstruktionen auf und präsentierten für 2017 ein Feuerwerk an Neuheiten. Auch für 2018 haben Europa und Fernost bei der Innovation in den Bereichen Technik und Design Vollgas gegeben; sämtliche Neuheiten werden vom 22. bis 25. Februar 2018 an der SWISS-MOTO in Zürich zu bewundern sein.
 
Der Roller-Markt musste 2017 erneut einen Rückgang verkraften. Während 2016 noch 19'503 Roller abgesetzt wurden, waren es 2017 nur noch 18'545 Stück, was einem Rückgang von 4,9 % entspricht. Die Hintergründe des Rückgangs bleiben unverändert: auf der einen Seite besteht eine gewisse Marktsättigung, auf der andern Seite zeigt der ungebrochene Boom bei den E-Fahrrädern in diesem Segment mit hohem Nutzfahrzeugcharakter seine Auswirkungen, insbesondere bei den Rollern mit kleinen Hubräumen, die vorwiegend in urbanen Ballungszentren eingesetzt werden.
 
Ein ähnliches Bild zeigte sich bei den «Quads», den vierrädrigen Strassen- und Geländevehikeln für den Nutzfahrzeug- und Freizeitbereich: Die Verkäufe sanken von Januar bis Dezember 2017 auf 1’345 Stück, 2016 waren es mit 1’512 Einheiten noch deutlich mehr gewesen (Rückgang 11,0 %).
 
Der Zweirad-Gesamtmarkt (Motorräder und Roller, ohne Quads) blieb mit 45'487 Stück jedoch gegenüber der Vorjahresperiode (45'896 Einheiten) erfreulich konstant; der Rückgang betrug lediglich 0,9 %. Die Schweiz bleibt im internationalen Kontext weiterhin eine Hochburg in Sachen motorisierte Zweiräder: Kein anderes Land in Europa besitzt prozentual zur Bevölkerung gemessen eine derart hohe Motorraddichte. Der Gesamtbestand an immatrikulierten (eingelösten) Motorrädern betrug 2017 in der Schweiz rund 450'000 Stück, hinzu kamen 275'000 Roller. Gemäss der Schweizerischen Fachstelle für Motorrad und Roller SFMR wird mit dem Verkauf von Motorrädern, Rollern und Occasionen die Hälfte des Jahresumsatzes von 1,1 Milliarden Franken erzielt, die andere Hälfte steuern die Bereiche Service, Ersatzteile, Reifen, Zubehör und Bekleidung bei. Im Branchenverband motosuisse sind 21 Importeursbetriebe, im Händlerverband 2-Rad Schweiz rund 700 Fachbetriebe eingeschlossen, die zusammen mehrere tausend Mitarbeitende beschäftigen.

Trends: Retro, neue Mittelklasse, Elektronik und – Luxus!
  • Retro- und Vintage: Der seit einigen Jahren anhaltende Retro- und Vintage-Trend ist ungebrochen, rund ein Viertel der Motorradverkäufe europaweit entfällt aktuell auf dieses Segment. (Fast) jeder Hersteller hat 2018 ein Modell im Programm, das sich optisch – aber nicht technisch – an eine möglichst berühmte Ahnin aus der Markenhistorie anlehnt. Für 2018 bringt Kawasaki mit der Z 900 RS ein Motorrad auf den Markt, das einem der legendärsten und bahnbrechendsten Motorräder aller Zeiten – der Kawasaki 900 Z1 Super4 von 1972 – zum Verwechseln ähnlich sieht. Doch die Technik ist topaktuell, genauso wie die Fahrleistungen und die Ausstattung. Auch Ducati setzt weiterhin auf Retro und bringt mit der Scrambler 1100 mit luftgekühltem V2-Motor eine grössere und stärkere Schwester der 800er-Version auf den Markt. Und Vintage-Spezialist Triumph lanciert mit der pechschwarzen, einsitzigen Bobber Black ein Bike für den coolen Solo-Auftritt auf der Flaniermeile; wer lieber zu zweit ins Nachtleben stürzt, wählt die doppelsitzige Triumph Speedmaster.
  • Die neue Mittelklasse bietet viel Motorrad für wenig 
    Geld: Geht nach Jahrzehnten des Aufschwungs die Zeit der mächtigen Superbikes mit 150 und mehr PS zu Ende? Tatsache ist, dass preisgünstige, agile, top ausgestattete, vernünftig motorisierte und jugendlich gestylte Mittelklasse-Motorräder die leistungsgewaltigen Big Bikes auf dem Markt von der Spitze verdrängt haben. Die Yamaha MT-07 (75 PS, 7400 Franken) ist seit zwei Jahren mit Abstand das bestverkaufte Motorradmodell auf dem Schweizer Markt, auch die Kawasaki Z650 und Z900, die Honda CB 500 und CB 650 F, die Suzuki GSX-S 750 und die Yamaha MT-09 gehen weg wie warme Weggli. Ihnen allen gemeinsam: Sie kosten weniger als 10'000 Franken, sind technisch topaktuell und überfordern dank vernünftig-angemessener Motorisierung auch Amateure nicht. 2018 will  KTM mit dem brandneuen, sehr sportlich ausgelegten Reihenzweizylinder 790 Duke ein möglichst grosses Stück dieses immer lukrativeren Mittelklasse-Kuchens für sich abschneiden. Auch im Enduro- und Reise-Sektor ist die Mittelklasse im Aufschwung: BMW hat für 2018 nicht die seit drei Jahrzehnten dieses Segment unangefochten beherrschende, mächtige R 1200 GS bei der Entwicklung ins Zentrum gestellt, sondern die beiden kleineren und preisgünstigeren Modelle F 850 GS (95 PS) und F 750 GS (77 PS). Mit komplett neuen Zweizylinder-Motoren will man der auf dem Markt seit zwei Jahren sehr erfolgreichen Honda Africa Twin (998 ccm, 95 PS) Paroli bieten.
  • Reisen und Rasen im Fünf-Sterne-Modus: Parallel zur neuen Vernunft im Mittelklasse-Volumenmarkt freut sich die solvente Kundschaft über drei neue Luxustourer, die sich gegenseitig an Extravaganz und Ausstattungs-Gimmicks überbieten. Honda hat sein Wohnmobil auf zwei Rädern, die legendäre Sechszylinder-GL 1800 Gold Wing, technisch und optisch komplett überarbeitet und dem Zeitgeist angepasst. Während sich die Gold Wing mit 126 PS begnügt, gehört der brandneuen Kawasaki H2 SX SE die Krone des wahnwitzigsten Reisedampfers aller Zeiten – trotz Gepäckkoffern und Reise-Outfit wird die aggressiv gestylte Japanerin von einem Kompressor-getrieben Reihenvierzylinder mit strammen 200 PS nach vorne katapultiert. Die Dritte im Bunde, die riesige, 364 kg schwere BMW K 1600 Grand America, begnügt sich mit 160 PS und abgeregelten 162 km/h Topspeed, glänzt aber mit einem seidenweich laufenden Reihensechszylinder-Triebwerk und einem höchstens von der Honda Gold Wing erreichten Komfortangebot.
    Auch die gutbetuchte Rennstrecken-Fraktion darf sich freuen: Ducati bringt das über 200 PS starke MotoGP-Derivat Panigale V4 in mehreren Ausstattungs-Varianten, von denen bereits die günstigste Version weit jenseits der 20'000 Franken-Barriere liegt. Die V4 Panigale ist 2018 die einzige echte Neuheit im seit Jahren rückläufigen Supersport-Segment.
  • Noch mehr Elektronik, noch mehr Sicherheit. Ohne frei wählbare Fahr-Modi, Traktionskontrolle, Quickshifter (Schalten ohne Kupplungsbetätigung), Multimedia-Plattform und LED-Beleuchtung ist heute selbst in der Mittelklasse kein Blumentopf mehr zu gewinnen. In Schräglage wirksame ABS-Systeme («Kurven-ABS»), Kurven-ausleuchtende Lichtsysteme («Kurvenlicht») und GPS-gesteuerte Federelemente setzen sich immer mehr durch und bringen zusätzliche Sicherheit aufs Zweirad. Im Vormarsch ist die digitale Vernetzung des Motorrads; grosse TFT-Displays im Cockpit können mehr oder weniger sämtliche Funktionen und Apps des Smartphones übernehmen, Telefonieren und Musikhören via Helm-Kommunikationssysteme und am Lenker montierte Controller sind bereits Realität. Was als nächstes kommen wird: Abblendassistenten, Kollisionswarner, Tempomaten mit Abstandserkennung, automatische Verkehrszeichenerkennung, evtl. sogar ein Notbremsassistent. Etwas länger dauern wird es beim „digitalen Schutzschild“, der über einen gewissen Raum die Bewegungen sämtlicher Verkehrsteilnehmer erfassen und den Fahrer über eventuelle Gefahren frühzeitig informieren soll.

Roller: 125er dominieren
Das 125-ccm-Segment bleibt trotz einem zehnprozentigen Verkaufsrückgang 2017 mit grossem Vorsprung der wichtigste Roller-Markt in der Schweiz (11'463 Einheiten), gefolgt von den fast gleich grossen Märkten 50 ccm (2’563 Stück) und 250–500 ccm (2’560 Stück). Wie bei den Motorrädern setzen sich LED-Lichttechnik, TFT-Displays, Traktionskontrollen und die Kompatibilität mit dem Smartphone unaufhaltsam durch. Elektrisch betriebene Roller: Mit weniger als 500 Einlösungen machten sie 2017 drei Prozent des Gesamtvolumens aus.

Motorradbekleidung: Trends wie bei den Fahrzeugen
Die Töffbekleidung entwickelt sich parallel zu den Trends bei den Fahrzeugen. Klassik-Design, individuelle Anpassung und Lifestyle stehen im Zentrum. Das Angebot ist genauso gross wie vielfältig, in der Preisskala gibt es nach unten und oben keine Grenzen. Sämtliche namhaften Motorradhersteller führen vollständige, farblich und technisch auf die Fahrzeugpalette abgestimmte Kollektionen im Programm. Als Ergänzung und Bereicherung bietet die freie Bekleidungs-, Zubehör- und Accessoires-Branche, die an der SWISS-MOTO das Salz in der Suppe bildet, ihre Produkte für alle Segmente von Retro bis Rennsport an. Technisch setzt sich der integrierte Airbag für Rennkombis und Jacken (Leder und Textil) immer mehr durch, auch auf für den Einsatz auf öffentlichen Strassen. Bei den Helmen liegt der Fokus auf individuellen Designgestaltungen und ausgeklügelten Kommunikationssystemen.

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Kommunikatonsleiter
Herr Andreas Sieber
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